Schloss Wichmannsdorf
Fahne
Das Schloss Wichmannsdorf





Das Schloss

Schloss Wichmannsdorf wurde in der Zeit von 1909 bis 1911 von dem Architekten Paul Korff im klassizistischen Stil erbaut. Erstmalig wurde mit Spannbetondecken, gut sichtbar im heutigen Speisezimmer, gearbeitet. Das Objekt erhielt neben 4 großen Kaminen im Foyer, im heutigen Damen-Salon, Speisezimmer und Konzertsaal, eine Zentralheizung. Das Wappen im dreieckigen Giebel weist links auf die Familie von Oertzen, rechts auf die Hamburger Bankiersfamilie Schröder hin.

Geschichtliches

Schloss Wichmannsdorf, ca. 105 m über dem Meeresspiegel, liegt prachtvoll auf der Anhöhe eines 30.000m² großen Parks, der ursprünglich von dem Gartenbauarchitekten Habig angelegt worden ist. Aufgrund der Vielfalt an einheimischen und exotischen Gehölzen fand der Park hohe fachliche Anerkennung. Schloss Wichmannsdorf wurde als Witwensitz für Frau Landrätin Sophie von Oertzen geb. Schröder erbaut. Baubeginn war 1909, dem Jahr, in dem ihr Mann, Helmut von Oertzen, in Roggow verstarb. 1911 zog Sophie von Oertzen in Schloss Wichmannsdorf ein. 1930 verstarb sie und wurde neben ihrem Ehemann in Roggow-Russow beigesetzt. 1901 hatte Sophie von Oertzen ihrer einzigen Tochter Eleonore von Oertzen zur Hochzeit mit Graf Hans Wichard von Wilamowitz-Möllendorf Schloss Hohen Niendorf geschenkt. Ab 1931 war diese, nach dem Tod ihrer Mutter, nun auch Eigentümerin von Schloss Wichmannsdorf, das ab sofort von ihrem zweiten Sohn, Hans von Wilamowitz-Möllendorf, gepachtet und bearbeitet wurde. Er wohnte mit seinen beiden Schwestern Gisela und Eleonore auf Wichmannsdorf.








Die 30.000m² große Parkanlage: Eine Vielfalt an einheimischen und exotischen Gehölzen.










Ursprünglich von dem Gartenbauarchitekten Habig angelegt, fand die Parkanlage hohe fachliche Anerkennung.





Unruhige Zeiten

1945 wurde Schloss Wichmannsdorf im Wege der Bodenreform enteignet. Das Objekt erlebte eine sehr unruhige Zeit: Die Grafen mussten das Schloss verlassen, es wurde eine Schule eingerichtet, die Rote Armee marschierte ein, 150 Flüchtlinge wurden im Herrenhaus untergebracht, 1977 erfolgte die Übernahme durch die VEB Ludwigsfelde und damit die Einrichtung als Kulturraum, Großküche, Konsum, Ambulanz sowie Ferien- und Schulungsheim. Nach dem Verkauf 1981 an den VEB Ludwigsfelde wurden eine Kegelhalle und ein Tennisplatz angelegt sowie eine Kellerbar und eine Gaststätte eingerichtet. 1992 ging das Kombinat Ludwigsfelde in Konkurs. Die Gemeinde Jennewitz/Wichmannsdorf erhielt das Herrenhaus zurück, konnte es aber nicht bezahlen, so dass sich ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Ludwigsfelde und der Gemeinde ergab, wodurch etwa 5 Mio. Schulden entstanden. Es gab immer wieder Interessenten, die jedoch an den enormen Streitigkeiten und Schulden scheiterten.

Der Eigentümer

Dem jetzigen Eigentümer ist es dann in jahrelangen geschickten Verhandlungen gelungen, Schloss Wichmannsdorf 2002 zu erwerben. Das Gebäude war kaum noch zu sehen: Der Park war nur noch als eine einzige Müllhalde zu bezeichnen, die mit Wildwuchs überwuchert war. Das Gebäude selbst hatte durch jahrelange Vernachlässigung bzw. keinerlei Pflege außen und innen enormen Schaden genommen. Das Innere des Gebäudes bestand aus riesigen Müllbergen, es gab nichts, was nicht zerschlagen war, Vandalismus in unbeschreiblichem Ausmaß, von dem ursprünglichen Inventar war nichts mehr vorhanden, nicht einmal ein Fensterknebel. In jahrelanger Arbeit wurde der Außenbereich wieder zu einem Park hergerichtet. Das Schloss erhielt ein neues Dach, neue Fenster und Türen sowie einen neuen Putz. Der Innenbereich teilt sich nach der Sanierung (neue Wasser- und Heizungsanlagen, neue Elektroinstallationen, neue Fußböden, neue Decken, Balkone in architektonisch einmaliger Lage hinter den halbrunden Brüstungen des Daches, so dass sich ein Blick auf die Ostsee bzw. das Reriker Haff ergibt) in einen öffentlichen Bereich sowie 6 Wohnungen auf.








Stilvoll eingerichtetes Speisezimmer mit Kamin.